Grundtechniken: Lochen mit Spaltmeißel und Dorn

Werkzeug

Spaltmeißel: Der Spaltmeißel sollte aus einem warmfesten Stahl (z. B. 1.2344 / X40CrMoV5-1) gefertigt sein, da er hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Er hat eine schlanke, zulaufende und leicht konvexe Form. Die Enden der Schneide sind leicht abgerundet, um zu verhindern, dass der Werkstoff beim Schlitzen stark keilförmig aufgetrieben wird und einreißt. Die abgerundeten Enden verhindern auch, dass der Meißel an der Seite abbricht.

Lochdorn: Der Dorn wird aus Baustahl (S235JR) oder besser aus einem festeren Stahl (z. B. C45) hergestellt. Der Durchmesser des Dorns sollte ca. 0,5–0,8 mm größer sein als der Durchmesser der herzustellenden Lochung, da das Werkstück beim Erkalten schrumpft. Der Lochdorn wird hauptsächlich zum Fertiglochen verwendet und sorgt für ein glattes, zylindrisches und maßhaltiges Loch. Ideal ist es, wenn der Dorn im hinteren Bereich dünner ist, damit er im letzten Arbeitsschritt komplett durchgetrieben werden kann.


Fehler beim Spalten und Aufdornen

  • Der Spaltmeißel muss nach dem Wenden des Werkstücks exakt übereinander stehen. Andernfalls kommt es zu einer versetzten und fehlerhaften Lochung.
  • Der Spaltmeißel muss zwischendurch immer wieder abgekühlt werden, um Beschädigungen zu vermeiden.
  • Eine fehlerhafte Schlitzlänge führt zu einer nicht sauber ausgeformten Lochung oder zu einer Schwächung des Materials.

Berechnung der Schlitzlänge

Bei runden Durchbrüchen beträgt die Schlitzlänge ca. das 1,1- bis 1,5-fache des Lochdurchmessers.

Bei gleicher Stabbreite und Lochdurchmesser: Schlitzlänge = 1,3 × Lochdurchmesser

Ist der Durchmesser größer als die Stabbreite, erhöht sich der Faktor auf bis zu 1,5. Ist der Durchmesser kleiner als die Stabbreite, verringert sich der Faktor auf bis zu 1,1.


Arbeitsschritte: Herstellung einer Lochung an einem Rundstab

  1. Loch ankörnen.
  2. Das Material an der markierten Stelle weißwarm machen. Die markierte Stelle auf ein Rundgesenkunterteil legen und mit dem Spaltmeißel auf der markierten Stelle spalten. Den Spaltmeißel zwischendurch immer wieder abkühlen. Bei tieferen Spaltungen etwas Kohlestaub oder ein kleines Stück Kohle in den Schlitz legen, damit sich der Spaltmeißel besser löst (alternativ Graphitfett).
  3. Werkstück um 180 Grad drehen und den Rest mit dem Spaltmeißel durchspalten.
  4. Spaltung weißwarm machen und bis zur Stärke des Dornes aufstauchen.
  5. Den Dorn im Wechsel von beiden Seiten eintreiben.
  6. Fertige Lochung richten.

Wichtig:

Beim Spalten sollte das Werkstück hoch erhitzt werden, um den Trennwiderstand möglichst gering zu halten. Auch die folgenden Arbeitsschritte sollten bei hoher Hitze durchgeführt werden, damit die Lochung sauber und präzise ausgeformt wird. Dies beschleunigt den Arbeitsfortschritt deutlich.

Die Angaben zur Schlitzlänge sind Richtwerte und können sich je nach Form des Werkzeugs oder Material ändern. Es empfiehlt sich daher, zunächst eine Probelochung anzufertigen und die Werte entsprechend anzupassen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!